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Der Krieg im Kopf: Die Definition von Yoga (Sutra 1.2)

"Du stoppst nicht die Welt. Du erlangst die Autorität zurück, dich selbst in ihr zu stoppen."
"Du stoppst nicht die Welt. Du erlangst die Autorität zurück, dich selbst in ihr zu stoppen."

योगश्चित्तवृत्तिनिरोधः ॥ १.२ ॥ Transliteration: 

yogaś-citta-vṛtti-nirodhaḥ

Übersetzung: "Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Wellen im Gedankenfeld."


Das Ziel ist fixiert

Letzte Woche, in Sutra 1.1 (Atha), standen wir an der Startlinie. Wir haben die Entscheidung getroffen, zu beginnen. Jetzt, in Sutra 1.2, gibt uns Patanjali die Karte. Er sagt uns genau, wohin wir gehen.

Wenn Sie das Bild oben betrachten, sehen Sie die Realität des menschlichen Zustands. Die Welt um uns herum ist ein verschwommener Bewegungsstrom. Sie ist schnell, chaotisch und laut. Aber das Chaos ist nicht nur draußen – es ist drinnen.

In diesem Sutra definiert Patanjali Yoga mit absoluter chirurgischer Präzision. Er erwähnt nicht den Körper. Er erwähnt nicht den Atem. Er spricht nur vom Chitta – dem Gedankenfeld.


Das "Gedankenfeld" entschlüsseln

Um das Ziel zu verstehen, müssen wir die drei Komponenten dieser Definition verstehen:

  1. Chitta (Das Gedankenfeld): Ihr Geist ist kein Ding; er ist ein Ort. Es ist ein Feld, in dem Erinnerungen, Wahrnehmungen und das Ego residieren.

  2. Vritti (Die Wellen/Schwankungen): Das sind die Bewegungen. Bevor wir analysieren, was die Gedanken sind, müssen wir einfach erkennen, dass der Geist in ständiger Bewegung ist. Er kräuselt sich, er bebt, er vibriert wie der Verkehr in einer Großstadt.

  3. Nirodhah (Das Zur-Ruhe-Bringen): Das ist das Ziel. Es ist der Prozess, die Bewegung zu stillen.

Stellen Sie sich einen See vor. Wenn das Wasser aufgewühlt ist (voll von Vrittis), können Sie den Grund nicht sehen. Sie können die Seele (Purusha) nicht sehen. Sie sehen nur die Verzerrung des Wassers. Yoga ist der Prozess, die stille Figur im Zentrum des Sturms zu sein.


Der Dialog: Wer hat die Kontrolle?

Meister Khan: Kannst du deine Gedanken für sechzig Sekunden anhalten? Genau jetzt?

Schüler: Nein. Das scheint unmöglich.

Meister Khan: Wenn du deiner Hand nicht befehlen kannst, sich nicht mehr zu bewegen, nennen wir das eine Krankheit. Wenn du deinem Geist nicht befehlen kannst, still zu sein – warum nennen wir das normal?

Schüler: Weil der Geist einen eigenen Willen hat.

Meister Khan: Das ist die Illusion. Du hast zugelassen, dass der Diener zum Meister wird. Wir üben Yoga nicht, um Gedanken zu unterdrücken, sondern um die Autorität zurückzugewinnen, "Genug" zu sagen.


Die Reflexion: Ihr lebendiges Tagebuch

Diese Woche üben wir die einfache Beobachtung. Beurteilen Sie die Gedanken nicht. Analysieren Sie sie nicht. Beobachten Sie nur die Bewegung.

Ihre Aufgabe für heute: Beantworten Sie im Kommentarbereich oder in Ihrem Tagebuch diese einfache Frage:

"Kann ich den Moment erfassen, in dem sich mein Geist bewegt? Bin ich fähig, zwischen 'Mir' (dem Beobachter) und 'Es' (dem Lärm) zu unterscheiden?"

Beobachten Sie nur die Trennung. Das ist der Beginn der Kontrolle.

Bereit, den Geist zu meistern?

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