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Die zwei Wellen: Schmerzhafte vs. Friedvolle Gedanken (Sutra 1.5)

Zwei Wellen auf demselben See. Eine spiegelt das Licht, die andere verliert sich im Schatten. Welcher wirst du folgen?
Zwei Wellen auf demselben See. Eine spiegelt das Licht, die andere verliert sich im Schatten. Welcher wirst du folgen?

वृत्तयः पञ्चतय्यः क्लिष्टाक्लिष्टाः ॥ १.५ ॥ Transliteration: vṛttayaḥ pañcatayyaḥ kliṣṭākliṣṭāḥ

Übersetzung: "Es gibt fünf Arten von Gedankenwellen, und sie sind entweder schmerzhaft (klishta) oder nicht schmerzhaft (aklishta)."


Die Gewässer sortieren

In Sutra 1.2 gab uns Patanjali das ultimative Ziel: alle Wellen des Geistes zu stoppen. Aber er ist praktisch. Er weiß, dass ein Anfänger nicht von einem wütenden Sturm in die absolute Stille springen kann.

Bevor du den Geist leeren kannst, musst du den Geist sortieren.

Betrachten Sie das Bild oben. Es gibt zwei deutlich sichtbare Wellen auf demselben See. Eine fängt das goldene, warme Licht ein. Die andere verliert sich in den dunklen Schatten. Beide sind Bewegungen, aber ihre Qualität ist völlig unterschiedlich. Patanjali sagt, unsere tausenden täglichen Gedanken fallen in zwei Hauptkategorien:

  • Klishta (Schmerzhaft): Gedanken, die in Angst, Wut, Ego und Anhaftung verwurzelt sind. Diese Wellen trüben das Wasser und fangen dich im Drama von Sutra 1.4.

  • Aklishta (Friedvoll/Nicht schmerzhaft): Gedanken, die in Disziplin, Studium, Fokus und Mitgefühl verwurzelt sind. Dies sind "saubere" Wellen, die helfen, den Sturm zu beruhigen.


Die Frage: Was kultivieren Sie?

Wir haben Zehntausende von Gedanken am Tag. Sie können den Fluss noch nicht stoppen, aber Sie können wählen, was Sie nähren. Gießen Sie das Unkraut oder gießen Sie die Blumen? Wenn heute ein Gedanke in Ihren Geist tritt, fragen Sie sich: Bindet mich dieser Gedanke, oder befreit er mich?

Der Dialog: Die Medizin

Schüler: "Meister, wenn das ultimative Ziel des Yoga die totale Stille ist, ist dann ein 'friedvoller' Gedanke nicht immer noch eine Welle? Ist er nicht immer noch eine Ablenkung?"

Meister Khan: "Ja. Aber stell dir vor, du bist an einem schweren Fieber erkrankt. Der Arzt gibt dir starke Medizin. Die Medizin bekämpft die Krankheit. Aber wenn du wieder völlig gesund bist, nimmst du die Pillen dann jeden Tag weiter?"

Schüler: "Nein, ich höre auf. Sonst wird die Medizin zum Gift."

Meister Khan: "Genau. Ein schmerzhafter Gedanke (Klishta) ist die Krankheit. Ein friedvoller Gedanke (Aklishta) – wie die Konzentration auf den Atem oder ein Mantra – ist die Medizin. Du nutzt die Medizin, um den Geist zu heilen. Schließlich, im höchsten Zustand des Yoga, lässt du auch die Medizin fallen. Aber für den Moment brauchst du sie."

Schüler: "Wie erkenne ich, welche Gedanken die Krankheit sind?"

Meister Khan: "Welche Gedanken hast du im Laufe des Tages? Friedvolle oder nicht friedvolle? Führe ein Tagebuch, um den Überblick zu behalten. Schreibe sie auf. Sobald du das Muster erkennst, kannst du die Heilung wählen."


Stellen Sie das Spiegelbild wieder her

Die Philosophie kategorisiert die Gedanken; die Praxis gibt Ihnen die Macht, sie zu wählen.




Author, Meister Shahid Khan

 
 
 

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